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13.04.2024

Steht das traditionelle DSL-Netz bundesweit vor dem Aus, da die Telekom den Glasfaserausbau forcieren möchte? Mit der Zielsetzung der Bundesregierung, bis zum Ende des Jahrzehnts eine vollständige Glasfaserverbindung zu gewährleisten, könnte sich die Abschaltung alter Netze schneller vollziehen als erwartet. Der Glasfaserverband BREKO geht davon aus, dass die Telekom schon im Zeitraum 2025 oder möglicherweise schon Ende 2024 erste Anträge zur Stilllegung lokaler DSL-Infrastrukturen stellen könnte. Vor diesem Hintergrund verlangt der Verband von der Bundesnetzagentur eine Strategie für einen wettbewerbsfähigen Wechsel der Breitbandtechnologie. Im Zuge einer Pressekonferenz legte der BREKO eigene Vorschläge für den anstehenden Technologiewechsel vor.

Telekom aus für DSL

DSL-Aus erfolgt regional und nicht am einheitlichen Datum

Ein bundesweit einheitlicher Termin für das Abschalten von DSL-Anschlüssen ist nicht vorgesehen. Die Telekom hatte dies zu Jahresbeginn bestätigt. Anstelle eines pauschalen Abschaltdatums wird das Unternehmen die über 300.000 Kabelverzweiger im DSL-Netz nach und nach stilllegen. Doch der BREKO äußert die Sorge, die Telekom könne aus strategischen Gründen das DSL-Netz gezielt in jenen Regionen früher abschalten, in denen sie bereits Glasfaserkabel verlegt hat. Kunden würden so eher zum Umstieg auf Glasfaser genötigt. Andere Regionen, in denen TELEKOM-Glasfaser noch nicht verfügbar ist, würden laut BREKO womöglich länger an das Kupfernetz angeschlossen bleiben, wodurch der Druck auf Kunden, zu einem Glasfaserkonkurrenten zu wechseln, gemindert würde.

Vor diesem Hintergrund fordert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers konkrete Maßnahmen von der Bundesnetzagentur: Sie soll die Migration von der Kupfer- zur Glasfasertechnik aktiv vorantreiben und einen klar definierten Umsetzungsplan präsentieren. Dieser soll die Abschaltung des veralteten Telefonnetzes auch in den von Konkurrenzunternehmen erschlossenen Gegenden gewährleisten, sobald Glasfaser dort flächendeckend vorhanden ist.

Gleiches Spiel für alle: BREKO fordert Fairplay bei DSL-Ende

Im Rahmen des geforderten Gleichbehandlungsprinzips möchte der BREKO erreichen, dass die Telekom nur dann grünes Licht für die Abschaltung ihrer Kupfernetze in den von ihr mit Glasfaser erschlossenen Regionen bekommt, wenn diese Zustimmung auch das Abschalten des DSL-Netzes in Regionen einschließt, in denen die Konkurrenz Glasfaser verlegt hat. Diese Methode würde für Glasfaserunternehmen als Anreiz zur Investition dienen, aufgrund der Erwartung hoher Nutzungsraten ihrer Infrastrukturen. Ein baldiger Beginn des Rückbaus der Kupfernetze würde, laut BREKO, auch zu erheblichen Energie- und Ressourceneinsparungen führen.

Die Folgen der DSL-Abschaltung für Verbraucher erklärt

Millionen Internetbenutzer in Deutschland werden von der Abkehr vom DSL-Netz betroffen sein, da viele weiterhin über diesen Weg online gehen. Trotzdem sieht der BREKO keinen Anlass zur Besorgnis über plötzliche Kostensteigerungen beim Wechsel auf Glasfaser. Derartige Erhöhungen würden den Verbrauchern nämlich ein Recht auf Sonderkündigung verleihen. Allerdings ist die Veränderung von DSL hin zu Glasfaser an sich kein Grund für außerordentliche Kündigungsentscheidungen. Die Ablösung von DSL vollzieht sich zudem nicht überstürzt – nach der Ankündigung der Abschaltung vergeht mindestens ein ganzes Jahr bis zum Beginn der tatsächlichen Umstellung.

Die Stilllegung von DSL-Netzen könnte in den Gegenden stattfinden, in denen bereits 95 bis 99 Prozent der Haushalte durch die Vorverlegung der Glasfaserleitungen die Möglichkeit zum Anschluss haben. Innerhalb der folgenden ein bis zwei Jahre bis zur kompletten Abschaltung könnte das Glasfasernetz dann in diesen Bereichen noch weiteren Haushalten zugänglich gemacht werden.